InsideOut – Freier denken. Bewusster handeln.

Transkript

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00:00:00: Guten Morgen Tanja.

00:00:02: Guten Morgen Hans Jürgen.

00:00:04: Sag mal, was mich gerade beschäftigt ist Harmonie des Thema-Harmony und zwar weniger jetzt in Partnerschaften oder Freundschaften sondern dieses Thema im Unternehmen

00:00:22: Ist ein spannendes Thema.

00:00:24: und naja ich glaube, ich weiß auch warum dich das beschäftigt.

00:00:28: Es fällt dir ganz viel mir ein bisschen gerade ja so ein bisschen vor die Füße im Moment

00:00:36: Ja vielleicht sogar auf die Füsse.

00:00:39: also Ich kann mich an Zumindest zwei Unternehmen erinnern Die ich oder wir grade beraten die so ein bissel dem Dilemma sind

00:00:53: Lass uns doch erst mal, bevor wir jetzt springst du mit zwei Füßen ins Thema.

00:00:57: Grundsätzlich würde ich doch mal behaupten, Harmonie ist doch gut!

00:01:01: Also wir reden jetzt von Harmonie im Unternehmen.

00:01:04: Im Team zwischen Team und Geschäftsführung.

00:01:08: Harmonie heißt doch eigentlich... Ich bin jetzt mal ein bisschen provokativ.

00:01:14: Ja es läuft alles.

00:01:15: Es gibt keine Konflikte, es gibt keine Meinungsverschiedenheiten.

00:01:20: Jeder weiß was er zu tun hat.

00:01:22: Gute Stimmung, Harmonie ist doch gut.

00:01:25: Ja ich glaube auch viele Führungskräfte haben irgendwie auf der Agenda Ich bin dafür zuständig dass es meinem Team gut geht das es da wenig Reibungsverluste gibt Dass sie sich einfach wohlfühlen, dass sie frühst gerne kommen... Haben's gerne gehen?

00:01:41: Nein!

00:01:43: Also dass sie gerne ins Unternehmen oder in die Organisation kommen Das könnte man im weitesten Sinne vielleicht das Harmonie zu viel.

00:01:54: Aber ich glaube, dass es schon viele Führungskräfte gibt denen das wichtig ist.

00:02:00: Naja den Führungskräften ist eine gute Stimmung im Team wichtig und wenn da keine Harmonie ist also oder wenig Harmonie oder die Harmonie gestört ist durch eben Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte wo auch immer dann drückt das auf die Stimmung dann drückt das vielleicht sogar auf die Leistungen der der Menschen, die dort arbeiten.

00:02:23: So würde ich erst mal denken!

00:02:26: Jetzt ist unseren Zuhörern vielleicht nicht ganz klar auf was wir hinaus wollen weil nach dem Motto jeder will Harmonie meinen.

00:02:33: Menschen sind soziale Wesen und ich glaube jedem geht es auch gut wenn er irgendwie in einem harmonischen Umfeld ist.

00:02:39: aber wo ist eigentlich das Problem?

00:02:41: Das Problem ist... Ich hab's ja in der letzten Woche formuliert.

00:02:46: da habe Also ein bisschen aus Verzweiflung gesagt, die haben den Schuss noch nicht gehört.

00:02:53: Das Problem ist kommt dann wenn sich Dinge ändern, wenn sich vielleicht auch die Zusammenarbeit ändern sollte, wenn überhaupt sich was ändern sollte.

00:03:04: und aber gegen diese Veränderungen, wenn die nicht funktioniert?

00:03:08: Ich will gar nicht sagen dass der Widerstand ist es man denkt man könnte so nett und schön weitermachen wie in der Vergangenheit Aber die Dinge ändern sich.

00:03:18: Gerade bei mir in meiner Porsche, aber ich glaube auch in ganz vielen anderen Porchen ändert sich gerade der Markt.

00:03:24: Das Rapide!

00:03:25: Das ganze Marktumfeld, die Ansprüche von Kunden... ...der ganzen Rahmenbedingungen.

00:03:35: Alles wird teurer und jetzt muss ich ja als Unternehmer darauf reagieren das heißt Ich muss Dinge verändern.

00:03:47: Denkst du dann in die Richtung, als wenn ich jetzt mal ein paar Jahre zurückgehe.

00:03:51: Das ist einfach ... Ich kann nicht sagen so drei oder vier Jahre zurück war eines unserer Hauptproblemen in Organisation, dass wir die richtigen Leute finden Fachkräftemangel und so weiter und sofort.

00:04:05: Und diesbezüglich haben ja Organisation auch eine ganze Menge unternommen.

00:04:09: das heißt also Mitarbeiter Bindungssysteme und Wohlfühl, also bis hin zu viel gut Manager.

00:04:17: Ich wollte mal sagen wir haben damals versucht mit Sinn- und Ziel Harmonie zu bauen oder dafür zu sorgen dass es Mitarbeiterinnen möglichst gut in Organisation geht weil wir sie einfach bekommen wollten und auch halten wollen.

00:04:35: Richtig, also wenn man es mal etwas sehr vereinfacht zugegebenermaßen darstellen würde.

00:04:41: Wie war es in den letzten zehn zwanzig Jahren?

00:04:45: Also seit zwei drei Jahren ist das schon nicht mehr so oder noch ein paar jährchen länger aber Es war doch so.

00:04:52: Die Rahmenbedingungen waren so dass man gutes Geld verdienen konnte Es war einigermaßen stabil.

00:04:59: Wir hatten unsere Kunden, wir hatten nicht genügend Mitarbeiter.

00:05:03: das heißt wir waren ja darauf angewiesen für eine gute Stimmung zu sorgen dafür zu sorgen dass unsere Mitarbeiter gerne kommen dass es denen gut geht um eben die Auffräge die da waren auch abzuarbeiten.

00:05:17: also Bei uns Steuerberatern war es so, wir hatten viel zu viele Mandanten und viel zu wenig Mitarbeiter.

00:05:22: Und was tue ich?

00:05:23: Ich kümmere mich um eine Mitarbeiter.

00:05:25: Weil Mandanten habe ich genug!

00:05:27: Wenn da mal was schiefläuft, zugegebenermaßen ... Aber ich will es mal auf den Punkt bringen.

00:05:34: Und mein Mitarbeiter hat Mist gebaut, habe ich trotzdem meinen Mitab zu meinem Mitarbeiter gehalten der man dann konnte gehen weil ich hatte ja genug Mandanten und nicht genug Mitarbeiter.

00:05:43: Ich hab's jetzt sehr extrem dargestellt aber irgendwie war so die Stimmung.

00:05:47: Also

00:05:47: über Spitz gesagt wir haben Harmonie gebaut weil wir uns damals leisten konnten Nicht als harmonie als ziel sondern weil es einfach was uns gut ging.

00:05:59: Mittlerweile haben sich die Marktbedingungen geändert, auch in etablierten Branchen.

00:06:04: Und wie sagte kürzlich mal ein Unternehmer zu mir?

00:06:06: Wenn man heute von Leistungskultur redet ist das fast verpönt.

00:06:10: Also das heißt also jetzt ist so'n kleiner Schiff oder großer Schiff notwendig und die große Frage ist Wie kriegt man's hin ohne das Kind mit Bader auszuschütten?

00:06:24: Das ist schwierig!

00:06:25: Wir haben ja ein paar Beispiele vor Augen wo dieses Kind fast mit dem Bader ausgeschüttet worden ist, weil auch die Mitarbeiter die Welt nicht mehr verstehen.

00:06:36: Das habe ich eben gemeint mit... Die haben den Schuss noch nicht gehört.

00:06:39: Die Frage ist, konnten sie den Schuß hören?

00:06:41: Eben!

00:06:42: Diese veränderte Marktsituation dieser Druck – also ich sehe bei meinen Mandanten, bei meinen Unternehmern und bei meinen Arbeitgebern in ganz erheblichen Druck, der früher so nicht da war.

00:06:54: Die Aufträge müssen herbeigeschafft werden, es müssen Finanzierungen abgesegnet werden von Banken – das ist auch alles nicht mehr so einfach!

00:07:02: Da ist ein Druck die Anforderung von Kunden steigen.

00:07:06: Die Kunden wollen die Dinge viel schneller haben, sie sind dieses Amazon gewöhnt wurde heute bestellt und morgen ist es da wenn mal was schiefläuft.

00:07:17: Es sind die viel schneller damit vorwürfen.

00:07:20: also Die Unternehmer stehen unter einem Druck und müssen den jetzt nicht an die Mitarbeiter weitergeben.

00:07:28: Aber vielleicht, das ist vielleicht mal so eine erste Erkenntnis ... Mal sehen, dass die Mitarbeiter das vielleicht sogar nicht mitbekommen?

00:07:38: Die machen ja ihren Job wie immer!

00:07:40: Und das wäre vielleicht so ne erste Erkennnis.

00:07:43: Jetzt sind wir schon direkt am Anfang unseres Partnerkennens aber ich denke es ist wichtig dass der Unternehmer ihr eigentlich gewohnt ist, so ich bin ja fels in der brandung.

00:07:53: Ich muss doch alles im griff haben.

00:07:55: Ich habe auch

00:07:56: viele von den Mitarbeitern weggehalten abgebuffert.

00:07:59: genau das war ja mein job als chef und jetzt komme gerade ich unter druck aufgrund der Dinge die wir eben ein bisschen angerissen haben.

00:08:07: Wir haben sie sicherlich nicht komplett und vollständig beschrieben Und jetzt erwarte ich von meinen mitarbeitern Veränderung im Hinblick auf wie gehe ich mit Kunden um im Hin Blick auf welchen Arbeitseinsatz bringe, ich.

00:08:22: Auf welche lieb gewonnenen... ...Annehmlichkeiten muss ich vielleicht verzichten?

00:08:28: Das ist ja in jedem Unternehmen anders und da denken die Mitarbeiter und das ja eigentlich zurecht.

00:08:33: Wieso das denn jetzt?

00:08:35: Es läuft doch noch!

00:08:36: Warum soll ich dann hier auf das verzichten?

00:08:39: warum soll ich denn jetzt Ich bin jetzt mal ganz böse, dem Kunden in den Hintern griechen.

00:08:47: Na ja da kommt es natürlich dann auch schon, dass ich unterbreche und mir fällt gerade was ein zu Fehlinterpretationen wenn nicht eben dieses Warum also den Schuss gehört habe.

00:08:59: Wenn ich das warum nicht verstanden habe, vielleicht liegt da die Ursache eben auch dass viele Führungskräfte die Unannehmlichkeiten vom Team weggehalten haben.

00:09:08: und führe dann etwas ein mit wirklich der besten Intention.

00:09:13: als Beispiel.

00:09:15: Ein Unternehmen entschließt sich so etwas wie Zeiterfassung einzuführen

00:09:22: um

00:09:22: einfach zu reporten, wo sind Leistungen nicht abgerechnet?

00:09:27: und so weiter und sofort.

00:09:29: Beziehungsweise das kann ich jetzt aus eigener Erfahrung sagen... Ich habe viel mehr mit Mandanten zu tun die aus meiner Sicht auch zurecht mal nachfragen warum ist die Rechnung so wie sie ist?

00:09:40: Da musst du es ja irgendwie rechtfertigen.

00:09:42: Also noch nichtmals rechtfertigend erklären!

00:09:44: Und da hilft mir eine Zeiterfassung.

00:09:47: Also wenn ich jetzt nochmal ganz kurz zwischen Resümee ziehe, dann sind es drei Perspektiven.

00:09:54: Nämlich einmal aus Sicht der Führungskraft können wir gleich noch ein bisschen vertiefen, zweitens aus Sicht des Teams aber letztendlich auch aus Sicht einer Organisation.

00:10:05: und wenn man für dich okay ist mal ganz kurz da anfangen also von dieser sehr sehr sehr Meta-Ebene was will eigentlich die Organisation?

00:10:13: Und wie sind Organisationen aufgebraucht?

00:10:15: Dann sage ich, es ist ja irgendwie so ein bisschen kontrovers zu diesem Harmoniethema Konflikte.

00:10:21: Also da schweilt etwas und das auf den Tisch zu bringen also mal auch die grauen Elefanten, die da im Raum schweben eventuell anzusprechen, ist jetzt nicht unbedingt harmoniefördernd!

00:10:37: Aber die sind ja da.

00:10:39: Also, da sind wir jetzt hier bei einem ganz alten Thema.

00:10:42: Das ist ja schon in der Führungsliteratur wird das schon immer sehr in den Vordergrund gesetzt, dass es auch nur Führungen braucht wenn Konflikte da sind und Konflichte sind.

00:10:54: Da eine Organisation ist ja um Konflikterum gebaut.

00:10:58: Natürlich hat ein Vertrieb ganz andere Ziele als die Produktion.

00:11:02: Der Vertrieb will individuelle Lösungen und am besten morgen und zu günstigen Preisen So dieses Standard Beispiel.

00:11:10: Da gibt es ja ganz, ganz viele Bereiche in Organisationen die zu Konflikten kommen wo es Konflikte gibt und dafür braucht es Führung?

00:11:21: Ja das hat natürlich wesentlich was mit der Einstellung zu tun.

00:11:25: also wenn ich dich richtig verstanden habe dann sind ja Konflkte quasi in Unternehmenorganisationen eingebaut.

00:11:33: oder man könnte sagen Unternehmen sind umkonflikte herum gebaut d.h.

00:11:37: Die Produktion hat andere Interessen als der Vertrieb Und das bringt der automatische Konflikte.

00:11:42: Wenn ich aber jetzt grundsätzlich so ein bisschen durch den Nebel der Harmonie schaue, dann würde ich sagen, wie sagt ihr mal einen Teilnehmer zu uns?

00:11:53: Die beste Konfliktbewältigung ist wenn man Konflikte gar nicht erst aufkommen kann.

00:11:57: Aber wenn sie schon eingebaut sind, geht es ja darum, Konflichte zu vermeiden um die Harmonie zu sichern sondern konstruktiv mit Konflkten umzugehen.

00:12:08: Genau!

00:12:09: Im ersten Schritt vielleicht erst mal anzuerkennen, dass Konflikte in einem Unternehmen da sind ist normal.

00:12:16: Und dann im zweiten Schritt zu sagen das liegt in der Natur der Sache und es nicht auf die Menschen zurückzuführen, die da arbeiten, die sind streitsüchtig oder was auch immer sondern zu sagen okay jetzt sind die Konflikte da und ich weiß gar nicht ob man hier lösen kann.

00:12:32: also zwischen ich bleibe bei meinem abgetäuschenden Standardbeispiel, Vertrieb und Produktion.

00:12:37: Den Konflikt kann man nicht lösen, den kann man nur managen.

00:12:40: Nämlich immer wieder in den Konflikten gehen und da eben jetzt aber als Verlassen wir das Feld mit Kommunikationstools usw.

00:12:48: versuchen diesen Konflekt zu managen?

00:12:50: Also aus Sicht der Organisation wenn man sie mal personalisieren will ist Harmonie jetzt nicht unbedingt eingebaut sondern erst einmal Konflikte eingebaut und es geht darum die Konflichte zu zu schönzureden oder versuchen, zu lösen oder zu vermeiden.

00:13:09: Sondern davon auszugehen dass Konflikte eigentlich das Normale sind.

00:13:13: Genau und jetzt bleiben wir um vielleicht nochmal den Bogen ein bisschen zurückzuspannen zu unserem eigentlichen Thema.

00:13:20: natürlich habe ich auch als Führungskraft vorbei Das geht eher in den Bereich Führungskraft.

00:13:27: Aber es ist auch Organisation, also kannst du jetzt einordnen?

00:13:30: Du bist da besser drin als ich.

00:13:33: Ich hab natürlich aus Sicht der Organisation das Ziel ... dass ich Mitarbeiter habe die gut arbeiten und zufrieden sind.

00:13:43: Und ich hab das Ziel, dass Mandanten zufriedensinniert aus meiner in meinem Unternehmen oder das Kunden zufriedensen.

00:13:49: So aber manchmal muss ich eben den Mitarbeiter enttäuschen.

00:13:53: Der muss Überstunden machen, damit ich den Kunden zufriedenstellen kann oder ich enttäuche den Kunden der muss eben noch drei Tage warten.

00:14:00: Habe ich ja wieder den Konflikt?

00:14:01: Den kann nicht nur managen, den kann ich nicht lösen.

00:14:04: Da reißt dann natürlich nochmal ein anderes Fass auf nämlich wenn wir Veränderung haben wollen und uns an die Veränderungen anpassen wollen und auf der anderen Seite aber immer bemüht sind Harmonie zu schaffen und Zufriedenheit zu schaffen.

00:14:25: Ja, wer hat denn die Intention sich zu verändern wenn er zufrieden ist?

00:14:29: Also wenn ich dir richtig verstanden habe unser alte These braucht Veränderung hier ein gewisses Quantum an Unzufriedenheiten.

00:14:35: okay

00:14:36: das wäre auch nochmal Thema für einen eigenen Podcast dass ja unsere Themen Niemand verändert sich, wenn er mit der Situation zufrieden ist.

00:14:45: Warum soll ich mich verändern?

00:14:46: Und das gilt auch für Mitarbeiter.

00:14:47: und es heißt dass nicht macht eine Mitarbeiter unzufrieden sondern macht sie unsufrieden mit der situation.

00:14:53: also sorge dafür dass sie erkennen Dass Eine Veränderung notwendig ist damit wir ich sage jetzt mal sehr pathetisch überleben.

00:15:04: Also du hast mich vorhin nach der Einordnung von deiner These gefragt, ja die hängt irgendwie zwischen Organisationen und Führungskraft.

00:15:10: Aber lass uns das einfach mal als Ausdruck nehmen Richtung Führungskraft zu gucken also auf den Mensch zu gucken.

00:15:18: Und da fällt mir spontan ein also Punkt eins.

00:15:24: Führungenskräfte werden geboren sondern sind ja erstmal sagen wir mal normalen Mitarbeitung Kollegen und kommen dann irgendwann in die Führungskräfte Rolle.

00:15:36: Und haben damit schon mal ein Problem, das heißt also früher waren sie irgendwie so Paare mit den Kollegen und jetzt sind Sie Führungskraft!

00:15:46: Also ruft es nicht automatisch auch wieder Konflikte auf.

00:15:51: Und und

00:15:52: noch klar also was du jetzt hinaus willst, da muss man doch nichtmals diesen Sonderfall nehmen.

00:15:58: früher war ich Kollege Jetzt bin ich Chef sondern das kann auch eine Führungskraft rein sein die von außen ins Unternehmen kommt und einfach jetzt sagt Ich bin jetzt euer Chef.

00:16:07: Grundsätzlich sind wir doch mal ehrlich Wir sind Menschen wir sind Herdentiere wir wollen gemocht werden wir wollen Gefühl von Zugehörigkeit.

00:16:17: Das muss ich mal missmetschen wenn ich Chef bin, ich muss einfach Entscheidungen treffen.

00:16:22: Ich kann einen Urlaub nicht genehmigen oder eine Gehaltserhöhung mir nicht leisten oder... ...ich weiß nicht was den Heimarbeitsplatz so jetzt nicht gut heißen im Sinne der Organisation.

00:16:35: das heißt in diesen Momenten werde ich nicht gemocht.

00:16:39: da spüre ich Ablehnung.

00:16:41: Also jetzt will ich mal ganz kurz die Gegend hier auftreten.

00:16:44: Führung ohne eine gewisse Beziehungspflege funktioniert sicherlich nicht, da sind wir uns einig.

00:16:51: also du brauchst irgendwie so ne Beziehung sag' ich mal und musst dir auch pflegen.

00:16:57: auf der anderen Seite aber wenn ich mein Harmoniebedürfnis soweit auslege dass ich sage naja ich will unbedingt gemocht werden oft häufig kommen raus ...dann bin ich eigentlich raus aus der Führung.

00:17:12: Also dann kann die halt gut

00:17:13: führen.".

00:17:14: Richtig, richtig!

00:17:15: Und ich kenne jetzt Führungskräfte aller mit allen Varianten... Es gibt die wo ich sage da ist einfach zu viel Streben nach Harmonie,... Die sprechen Dinge nicht an, die angesprochen werden müssen,... Die sagen nicht was gesagt werden muss und haben ein Problem.... Und es gibt die, wo die Beziehungspflege, die ja aus deiner Sicht auch... Wichtig ist, wo das zu wünschen übrig lässt.

00:17:45: Also ich glaube... Das ist schon eine große Ambivalenz bei Führungskräften auf der einen Seite.

00:17:54: Ist es das pure menschliche?

00:17:56: Also rein psychologisch will jeder Mensch gemocht werden, angenommen werden, nicht unbedingt geliebt werden aber zumindestens angenommen und gemoacht werden oder auf der anderen Seite muss sich eben auch mal im Sinne der Organisation oder des Teams unpopuläre Maßnahmen anweisen oder durchdrücken die mir dann eher die Empathie oder das Gemachtsein entziehen.

00:18:20: Genau und jetzt sind wir wieder, wenn du jetzt fragst ja was mache ich jetzt eigentlich bei der gleichen Erkenntnis die wir eben hatten?

00:18:28: erklären also wenn ich irgendwelche Maßnahmen einführe wo ich weiß die stoßen nicht auf Zustimmung im Team erklären warum weshalb?

00:18:36: wieso?

00:18:37: weil sonst denken ja meine Leute der will noch mehr Geld verdienen oder wir sollen müssen uns noch mehr krumm legen.

00:18:44: es geht nur ums geld als beispiel.

00:18:46: aber wenn die verstehen warum jetzt diese maßnahme die vielleicht nicht auf gegenliebe stößt eingeführt wird hat man jetzt vielleicht keine harmonie.

00:18:57: aber man hat mal zumindest das verständnis und das geht aber in richtung harmonie.

00:19:02: das ist glaube ich ein ganz wichtiger punkt.

00:19:04: also Klar, wir werden jetzt in diesen paar Minuten das Thema komplett umreißen können.

00:19:08: Aber wenn es irgendwie so ein paar Ansätze gibt dann ist der Ansatz nicht nur was und wie sondern nimm dir auch die Zeit und die Muße einmal über das Warum zu reden?

00:19:21: Und da kommt mir immer dieser Selbstverständlichkeitsfalle natürlich hat die Führungskraft sich im Vorfeld schon lange Gedanken darüber gemacht hat das Thema geknetet und für ihn ist das warum ja offensichtlich.

00:19:33: Und das führt manchmal dazu, dass wie gesagt läuft bei mir oder bei uns unter Selbstverständlichkeitsfalle.

00:19:38: Dass man es warum einfach weglässt?

00:19:40: Warum soll ich etwas erklären, das mir völlig klar ist?

00:19:43: und dann reduziere ich mich auf das war's und wir und das führt eben schon wieder seitens des Teams zu Fehlinterpretationen zum Missverständnis und auch zur Unnötigereibe.

00:19:56: Aber jetzt sind wir schon so ein bisschen in der dritten Perspektive nämlich Und da haben wir ja schon im Vorfeld gesagt, das ist super in einem Arbeitsteam zu arbeiten wo es irgendwo harmonisch zugeht und ich will mich aber mal mit dir auf die andere Seite schlagen.

00:20:15: Und sozusagen so Harmonie im Team hat auch ein paar, nicht immer sagen, Kollateralschäden oder ein paar Nebenwirkungen.

00:20:23: Na ja, da gibt's ja auch zahlreiche Untersuchungen und Literatur drüber so nach dem Motto.

00:20:28: Wenn mir Harmonie wichtig ist im Team?

00:20:30: Ich bin jetzt Teammitglied und ich dinge die Schieflaufen nicht anspreche wenn ich bei Entscheidungen meine Meinung nicht sage aus Angst vor Konflikten oder dass ich nicht mehr gemocht werde dann trage ich diese Entscheidungen ja auch nicht wirklich mit.

00:20:48: Dann denke ich bei mir, naja was hier passiert?

00:20:51: Das ist nicht richtig!

00:20:53: Mein Teamkollege macht irgendwas.

00:20:55: das finde ich nicht gut.

00:20:56: oder hier wird eine Entscheidung getroffen.

00:20:58: die finde ich mich nicht gut.

00:20:59: dass heißt... Ich engagiere mich nicht mehr so wie ich mich engagieren könnte.

00:21:04: Im Prinzip ist es.

00:21:05: Und wenn ich mich jetzt als Teammitglied nicht so engagere wie ich sich engagieren könnten dann spreche ich natürlich.

00:21:12: jetzt kommt wieder aus Harmonie Sucht von mir aus.

00:21:17: Dinge nicht an, wo ich sage andere könnten aber auch hier einen besseren Job machen und wo bin ich dann?

00:21:23: Dann lande ich in der Mittelmäßigkeit.

00:21:26: Ja, der geneigte Hörer erkennt jetzt vielleicht hinter den Aussagen meiner lieben Kolleginnen das System von Patrick Lenkioni.

00:21:35: Er spricht ja sich glaube ich aus.

00:21:38: die Dysfunktion des Teams heißt es glaube ich genau

00:21:42: die fünf Dys Funktionen im Team

00:21:45: Absolut, da geht's.

00:21:47: Das heißt also wenn ich zum Beispiel ein praktisches Beispiel etwas entdecke was der Kollege gerade schier gruselig falsch macht und aus Angst vor Ablehnung schlucke ich das runter und sag nichts.

00:22:02: oder aus Angst, ich bin ja keine Petzer oder sonst irgendetwas dann ist das vielleicht falsch verstanden.

00:22:09: Und ich die Frage, ob sich das heute überwacht?

00:22:11: Es geht noch weiter!

00:22:13: Ich bin doch mal ähnlich... Wenn mein Kollege ... Ich mache jetzt ein Beispiel ... Die Mittagspause ausdient auf drei Stunden und um vier Uhr auch schon wieder Feierabend macht und morgens zu spät kommt, ich ärgere mich und irgendwann denke ich, warum bin ich denn so blöd?

00:22:26: Dann mach' ich das halt auch.

00:22:28: Ja genau.

00:22:29: Das Beispiel, aber so ticken wir Menschen und das können wir auch gar nicht verleugnen.

00:22:34: Also es führt nicht dazu dass wir gute Teams haben die einen guten Job machen.

00:22:39: Das ist das eine.

00:22:40: also wer da mal nachlesen will du hast gesagt die fünf dysfunktionen ist ein kleines Büchlein höchst interessant.

00:22:47: Das nächste Thema wenn wir schon bei Konflikten und Team sind dann fällt mir psychologische Sicherheit ein.

00:22:54: Puh!

00:22:54: Das wäre nochmal ein Thema für ganz andere Podcasts.

00:22:59: Du kannst dich erinnern, in vielen Seminaren haben wir dieses Thema ja auf den Tisch gebracht.

00:23:04: Was viele mit so einem Wohlfühlklima nach dem Motto alle sieht?

00:23:08: Das hat überhaupt nichts damit zu tun, psychologische Sicherheit ist ein verstehender Begriff und es geht letztendlich darum dass sich jeder so sicher fühlt so etwas wie wir in unserem Beispiel genannt haben eben auch klar und ohne Angst vor Konsequenzen Äußern kann

00:23:24: genau vor persönlichen Konsequenzen.

00:23:26: also Standard Beispiel ist ja da immer.

00:23:30: Wir haben freitag nachmittags.

00:23:32: das team meeting hat jetzt schon vier stunden gedauert.

00:23:34: es ist siebzehn Uhr alle wollen ins wochenende.

00:23:37: man hat eine lösung für irgendein problem gefunden.

00:23:40: Alle sind zufrieden und ich denke dann bei mir Das wird nicht funktionieren.

00:23:46: was wir jetzt hier bedacht haben habe meine größten Bedenken.

00:23:48: Jetzt kommt's Sag ich das, sag ich um siebzehn Uhr.

00:23:52: zehn Leute wir müssen hier weitermachen.

00:23:54: Wir haben die Lösung noch nicht.

00:23:56: Zieh den ganzen Unmut des Teams auf mich und werde nicht mehr gemocht.

00:24:00: oder halte ich die Klappe?

00:24:02: Dann neigen wir Menschen dazu.

00:24:04: Das ist rein ganz normal, die Knappe zu halten.

00:24:08: Also du zeigst mir hier, wir müssen zum Schluss kommen.

00:24:13: Wir reden hier seit fast fünfundzwanzig Minuten also dieses Thema Konflikte, Harmonie im Team.

00:24:20: Da können wir noch ein paar Podcasts machen?

00:24:22: Absolut!

00:24:23: Lass uns mal kurz zusammenfassen.

00:24:25: also wir haben jetzt keine ganz praktischen Ansätze nach dem Motto ab Montag kannst du Folgendes anderes tun sondern ich versuche mal mit meinen Worten zusammenzufassen und korrigiere mich oder ergänze mich bitte.

00:24:36: die Zeiten haben sich gewandelt die Märkte sind enger geworden Die Ansprüche unserer Mandanten und Gründen sind höher geworden.

00:24:44: Und das ist anders als noch vor ein paar Jahren, wo es uns an Fachkräften gefehlt haben.

00:24:49: Wo wir eine ganze Menge viel gut Klima und Aktionen gestartet haben um Mitarbeiter zu bekommen und zu halten.

00:24:58: Und diesen Shift ohne zu überziehen, ohne das Kind mit dem Bader auszuschütten, ist glaube ich nicht einfach.

00:25:08: Da gibt es auch kein Patentrezept sondern zu überlegen, was braucht die Organisation?

00:25:15: Inwieweit bin ich als Führungskraft gestrickt.

00:25:18: Also das heißt also merke ich selber dass das gemocht werden mir vielleicht ein bisschen überdimensional wichtig ist und wie reagiert mein Team dort drauf?

00:25:29: Das heißt also zu viel Harmonie.

00:25:31: eigentlich fällt mir jetzt wieder das Wertequadrat ein Ist nicht gut weil es geht dann so ein bisschen in die kollektive Selbstverblödung ums ein bisschen krass auszukriegen auf der anderen Seite jetzt von einem Harmonischen miteinander plötzlich umzusteigen auf.

00:25:48: Hier wird nur noch Leistung und Krass, jetzt hat sich das Ding um hundertunddachzig gedreht.

00:25:53: Das kann es ja auch nicht sein.

00:25:54: oder was meinst du dazu vielleicht?

00:25:57: Naja

00:26:00: ich würde es vielleicht doch ein bisschen krasser formulieren.

00:26:05: Harmonie streben kann die Existenz deines Unternehmens gefährden.

00:26:10: Das wäre meine Botschaft an die Führungskräfte und an die Unternehmer.

00:26:16: Harmonie ist schön und gut.

00:26:18: Gute Stimmung im Team macht Spaß, ist wichtig aber die Zeiten haben sich geändert und da sollte sich vielleicht jeder Unternehmer jede Führungskraft mal fragen du hast es gesagt wo stehe ich denn gerade?

00:26:32: Und kann es sein dass mein eigenes Bedürfnis nach Harmonie mich hindert Dinge anzusprechen oder Entscheidungen zu treffen die aber notwendig wären im Sinne des Unternehmens Punkt eins Und Punkt zwei, wenn ich zu diesem Ergebnis komme.

00:26:47: Da liegt er wie soll ich sagen?

00:26:51: Da sollte man diese Entscheidung auch begründen dem Team.

00:26:56: Weil wenn mir ein Unternehmer sagt, mein Team hat den Schuss noch nicht gehört ist meine Frage hatten die dann die Möglichkeit den Schuß zu hören?

00:27:04: und da sehe ich die Defizite.

00:27:05: man denkt es muss doch allen klar sein was hier gerade passiert.

00:27:09: Veränderung ist notwendig.

00:27:10: wir können nicht mehr so weitermachen aber Dann ist wirklich auch die Zeit sich die zeit zu nehmen uns im team zu erklären.

00:27:16: das wäre so meine Schlussbotschaft für diesen Podcast.

00:27:19: Ja, und das kann nicht unbedingt immer nur angenehm sein um an unseren Untertitel des Podcasts anzuschließen und damit abzuschliessen Und deshalb kann Führung auch durchaus mal wehtun Auch der Führungskraft.

00:27:36: In diesem Sinne Tschüss und Servus bis zum nächsten Mal Tanja!

00:27:40: Schöne Woche!

00:27:41: Wünsche ich dir auch Heinz Jürgen, mach's gut!

00:27:43: Tschüß.